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Geschichte am Originalort erleben – drei Beispiele für Augmented Reality im Stadtraum und Tourismusmarketing 4.0

25. Sept.
4 Min. Lesezeit

Wie sah ein historischer Ort früher aus? Was befand sich dort, wo heute nur noch eine Ruine steht? Und wie lässt sich Geschichte so vermitteln, dass Besucherinnen und Besucher sie nicht nur lesen, sondern unmittelbar erleben können?

Mit Augmented Reality lassen sich historische Inhalte direkt mit dem heutigen Ort verbinden. Über das Smartphone erscheinen virtuelle Rekonstruktionen, 3D-Modelle und multimediale Informationen genau dort, wo sich die historischen Ereignisse, Gebäude und Strukturen einst befanden.

In unserem aktuellen Demofilm zeigen wir anhand von drei Points of Interest, wie eine solche digitale Geschichtsvermittlung aussehen kann.




Die ehemalige Synagoge wird am historischen Standort wieder sichtbar


Am ersten Point of Interest rekonstruiert die App die ehemalige Synagoge in Augmented Reality. Die historische Fassade und der frühere Vorgarten werden virtuell in die heutige Umgebung eingeblendet.

Besucher können sich vor Ort bewegen und erleben, welche Dimensionen und Wirkung das Gebäude an seinem ursprünglichen Standort hatte. Vergangenheit und heutiges Stadtbild werden dabei unmittelbar miteinander verbunden.

Ergänzt wird die Rekonstruktion durch eine virtuelle 3D-Infosäule. Sie bietet weiterführende Inhalte zur Geschichte des Ortes und kann direkt innerhalb der AR-Szene bedient werden.

Eine Bildergalerie, historische Aufnahmen, Texte, Audioinhalte und weitere multimediale Elemente ermöglichen es, unterschiedliche Aspekte der Geschichte zu entdecken – ohne zusätzliche physische Informationstafeln aufstellen zu müssen.



Historisches Wanddekor in der Christuskirche

Augmented Reality eignet sich nicht nur für verschwundene Gebäude. Auch Veränderungen bestehender historischer Räume können anschaulich vermittelt werden.

In der Christuskirche richtet der Besucher sein Smartphone auf den heutigen Altarraum. Die App ergänzt die reale Architektur um das historische Dekor der Wände und macht so einen früheren Zustand des Innenraums wieder sichtbar.

Statt historische Gestaltungsphasen ausschließlich anhand von Fotografien oder Beschreibungen zu erklären, können Besucher sie direkt im räumlichen Zusammenhang betrachten.

Gerade für Kirchen, Museen, Denkmäler und andere historische Gebäude eröffnet dies neue Möglichkeiten der Vermittlung: Frühere Bauzustände, Wandgestaltungen oder verlorene Ausstattung können digital ergänzt werden, ohne den heutigen Bestand zu verändern.



Eine historische Zollburg als 3D-Modell an der Turmruine


Der dritte Point of Interest zeigt, wie sich auch größere historische Anlagen verständlich darstellen lassen.

An einer erhaltenen Turmruine erscheint ein virtuelles 3D-Modell der historischen Zollburg. Besucher sehen dadurch nicht nur die heute vorhandenen Überreste, sondern erhalten eine Vorstellung davon, wie die gesamte Anlage ursprünglich ausgesehen haben könnte.

Besonders bei Ruinen und archäologischen Orten hilft die räumliche Darstellung dabei, Zusammenhänge zu verstehen, die anhand einzelner Mauerreste oft nur schwer erkennbar sind.

Das Smartphone wird dabei zu einem Fenster in eine frühere Zeit: Der reale historische Ort bleibt sichtbar und wird gleichzeitig um eine digitale Rekonstruktion ergänzt.



Mehr als eine 3D-Rekonstruktion

Die AR-Szenen sind nicht auf das reine Anzeigen historischer 3D-Modelle beschränkt. Jeder Point of Interest kann mit zusätzlichen Informationen und interaktiven Elementen erweitert werden.

Virtuelle Infosäulen können beispielsweise Bildergalerien, historische Fotografien, Texte, Audiobeiträge und weitere multimediale Inhalte enthalten. So entsteht aus einem einzelnen AR-Modell ein vollständiger digitaler Informationspunkt.

Besucher entscheiden selbst, wie tief sie in ein Thema eintauchen möchten: Ein kurzer Blick auf die Rekonstruktion ist ebenso möglich wie die ausführliche Beschäftigung mit historischen Hintergründen.



Ein virtueller Tourguide erzählt Geschichte persönlich

Zusätzlich zu historischen Rekonstruktionen kann ein 3D-Avatar als virtueller Tourguide durch die Inhalte führen. In unserem Beispiel übernimmt diese Rolle ein Postillon mit Postkutsche, wie er im vergangenen Jahrhundert in der Region unterwegs war. Der Avatar erscheint direkt in der AR-Szene, spricht die Besucher an und vermittelt historische Hintergründe auf persönliche und anschauliche Weise.

So entsteht aus einer klassischen Informationsvermittlung eine kleine inszenierte Begegnung mit der Vergangenheit. Der virtuelle Tourguide kann einzelne Points of Interest vorstellen, Geschichten erzählen, auf besondere Details hinweisen und Besucher durch eine digitale Route führen. Für Stadtmarketing, Heimatvereine, Museen und touristische Angebote bietet dieses Format die Möglichkeit, lokale Geschichte emotionaler, wiedererkennbarer und zugleich multimedial zu vermitteln.



AR-Erlebnisse fotografieren und teilen

Ein weiterer Bestandteil der App ist die Möglichkeit, direkt aus jeder AR-Szene Fotos aufzunehmen.

Historische Rekonstruktion und reale Umgebung erscheinen gemeinsam auf dem Bild. Besucher können beispielsweise die virtuelle Synagoge am heutigen Standort, das rekonstruierte Wanddekor der Kirche oder die Zollburg über der bestehenden Ruine fotografieren.

Die Aufnahmen können anschließend geteilt werden.

Damit entsteht neben der eigentlichen Geschichtsvermittlung auch ein zusätzlicher Kommunikationskanal für den Ort. Besucher nehmen nicht nur eine Erinnerung mit, sondern können das Erlebnis über soziale Medien oder Messenger weitergeben und damit andere Menschen auf historische Orte und Angebote aufmerksam machen.


Neue Möglichkeiten für

Stadt- und Tourismusmarketing, Heimatvereine und Kommunen

Für Heimatvereine, Stadtmarketing, Tourismusmarketing, Kommunen, Museen und Tourismusorganisationen bietet Augmented Reality die Möglichkeit, vorhandene historische Inhalte auf neue Weise zugänglich zu machen.

Archive verfügen häufig bereits über Fotografien, Pläne, Zeichnungen, Texte und umfangreiches Wissen über die lokale Geschichte. Mit einer digitalen Anwendung können diese Materialien unmittelbar mit den dazugehörigen Orten verbunden werden.

Aus einem historischen Foto wird eine Bildergalerie am Originalstandort. Aus einem Bauplan entsteht eine räumliche 3D-Rekonstruktion. Aus einem Audiobeitrag wird eine Geschichte, die genau dort gehört werden kann, wo sie stattgefunden hat.

Dabei können einzelne Points of Interest nach und nach zu einer digitalen Stadtführung oder einer thematischen Route verbunden werden.

So lassen sich beispielsweise historische Gebäude, verschwundene Orte, Denkmäler, archäologische Fundstellen oder besondere Ereignisse der Stadtgeschichte zu einem gemeinsamen digitalen Erlebnis zusammenführen.


Geschichte dort erzählen, wo sie stattgefunden hat

Tourismusmarketing 4.0

Der besondere Mehrwert von Augmented Reality liegt in der Verbindung von digitalem Inhalt und realem Ort.

Besucher betrachten Geschichte nicht losgelöst auf einer Website oder in einem Buch. Sie stehen unmittelbar vor dem historischen Schauplatz und können gleichzeitig sehen, wie dieser Ort früher ausgesehen hat oder welche Geschichten mit ihm verbunden sind.

Die drei Beispiele – die Rekonstruktion der ehemaligen Synagoge, das historische Wanddekor der Christuskirche und das Modell der Zollburg – zeigen unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten derselben Technologie.

So kann digitale Geschichtsvermittlung lokale Geschichte sichtbar, interaktiv und multimedial erlebbar machen – direkt am Originalort.

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